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Pflegetagebuch führen leicht gemacht: So dokumentieren Sie den Pflegealltag richtig

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„Wie oft helfen Sie Ihrer Mutter eigentlich beim Anziehen?“

Eine einfache Frage – und trotzdem müssen viele Angehörige erst einmal überlegen. Denn Hilfe wird im Alltag schnell selbstverständlich. Morgens die Kleidung herauslegen, die Medikamente vorbereiten, beim Duschen in der Nähe bleiben oder mehrmals an einen Termin erinnern: Irgendwann macht man es einfach.

Wenn ein Pflegegrad beantragt wird, können genau diese alltäglichen Situationen jedoch wichtig sein.

Wenn Sie ein Pflegetagebuch führen, können Sie genauer hinschauen und festhalten, wobei tatsächlich regelmäßig Unterstützung notwendig ist.

Wie der gesamte Weg vom Antrag bis zur Einstufung abläuft, erklären wir ausführlich in unserem Ratgeber Pflegegrad beantragen in Köln: Vom Antrag bis zur richtigen Einstufung.

Was ist ein Pflegetagebuch und warum kann es bei der Pflegegrad-Einstufung helfen?

Ein Pflegetagebuch ist kein Tagebuch im klassischen Sinne. Sie müssen also keine langen Texte über jeden einzelnen Tag schreiben.

Vielmehr halten Sie für einen gewissen Zeitraum fest, was die betroffene Person noch selbstständig erledigen kann und wobei regelmäßig Unterstützung notwendig ist.

Das ist vor allem deshalb hilfreich, weil viele kleine Handgriffe im Familienalltag gar nicht mehr als Hilfe wahrgenommen werden.

Vielleicht erinnern Sie Ihren Vater jeden Morgen an seine Medikamente. Vielleicht legen Sie Ihrer Mutter die Kleidung heraus. Oder Sie begleiten sie ins Badezimmer, weil Sie Sorge haben, dass sie stürzt.

All diese Situationen gehören zum tatsächlichen Alltag.

Bei der Pflegegrad-Einstufung wird die Selbstständigkeit in verschiedenen Lebensbereichen betrachtet. Welche sechs Bereiche dabei eine Rolle spielen, erklären wir in unserem Beitrag Pflegegrad-Einstufung verstehen: Diese 6 Lebensbereiche entscheiden über den Pflegegrad.

Was sollten Sie festhalten, wenn Sie ein Pflegetagebuch führen?

Versuchen Sie konkret festzuhalten, was passiert.

Vier Fragen können Ihnen dabei helfen:

Ein paar Beispiele:

Je konkreter Sie solche Situationen beschreiben, desto besser können Sie später nachvollziehen, wo im Alltag tatsächlich Unterstützung notwendig ist.

Auch kleine Hilfen zählen

„Ich pflege meine Mutter doch gar nicht. Ich helfe ihr nur ein bisschen.“

Wenn es selbstverständlich erscheint, übersieht man oft, das man eigentlich pflegt.

Dabei besteht Unterstützung nicht nur darin, eine Tätigkeit vollständig zu übernehmen. Auch Erinnern, Vorbereiten, Beaufsichtigen, Begleiten oder teilweise Helfen kann zum Pflegealltag gehören.

Statt beispielsweise nur zu notieren:

„Mama zieht sich selbst an.“

lohnt sich ein genauerer Blick:

„Ich lege morgens die passende Kleidung heraus, erinnere sie an die Reihenfolge und helfe ihr bei den Schuhen und Knöpfen.“

Gerade solche kleinen Hilfen werden schnell vergessen, weil sie längst zur täglichen Routine gehören.

Wie lange sollte man ein Pflegetagebuch führen?

Wenn Sie ein Pflegetagebuch führen, müssen Sie nicht monatelang jede Kleinigkeit dokumentieren. Hilfreich ist vielmehr, einige typische Tage bewusst zu beobachten und wiederkehrende Situationen aufzuschreiben.

Dabei sollte das Tagebuch den normalen Alltag zeigen – nicht nur einen besonders guten oder besonders schlechten Tag.

Unser Tipp: Schreiben Sie die Unterstützung möglichst direkt oder am selben Abend auf. Schon wenige Tage später fällt es oft schwer, sich daran zu erinnern, wie häufig man tatsächlich geholfen, erinnert oder begleitet hat.

Drei Fehler beim Pflegetagebuch, die Sie vermeiden sollten

1. Nur körperliche Hilfe aufschreiben

Nicht nur Hilfe beim Waschen, Aufstehen oder Anziehen kann relevant sein. Auch Orientierung, Erinnerungen, Beaufsichtigung oder Unterstützung beim Umgang mit Medikamenten gehören zum Alltag.

2. Nur besonders schlechte Tage dokumentieren

Das Pflegetagebuch soll keine möglichst dramatische Situation darstellen. Ziel ist ein ehrlicher Blick darauf, wie der Alltag normalerweise aussieht und welche Unterstützung regelmäßig gebraucht wird.

3. Zu allgemein bleiben

„Hilfe beim Anziehen“ sagt wenig darüber aus, was tatsächlich notwendig war.

Besser ist:

„Kleidung herausgelegt, beim Anziehen der Strümpfe und Schuhe geholfen.“

So wird aus einem allgemeinen Begriff eine konkrete Alltagssituation.

Vom Pflegetagebuch zur Begutachtung

Wenn die Begutachtung ansteht, können Sie Ihre Aufzeichnungen noch einmal gemeinsam durchgehen und zum Termin bereithalten.

Wenn Sie vor der Begutachtung ein Pflegetagebuch führen, können Sie auf konkrete Situationen zurückgreifen, statt spontan überlegen zu müssen, was in den vergangenen Wochen eigentlich alles passiert ist.

Wichtig ist dabei nicht, möglichst viele Einschränkungen aufzuschreiben. Entscheidend ist ein ehrliches und realistisches Bild der Selbstständigkeit im Alltag.

Wenn Sie noch ganz am Anfang stehen, finden Sie den gesamten Ablauf auch in unserem Beitrag „Pflegegrad-Antrag Schritt für Schritt: So kommen Sie in 5 Schritten zum Bescheid“

Fragen zum Pflegegrad? Wir helfen Ihnen, den nächsten Schritt zu sortieren

Pflegegrad, Begutachtung, Pflegekasse – gerade beim ersten Antrag kommen viele neue Fragen auf einmal zusammen.

Sie müssen dabei nicht bereits alle Fachbegriffe kennen oder genau wissen, welche Unterstützung später infrage kommt.

Der Pflegedienst Geller ist für Familien im Kölner Westen da und unterstützt Sie bei Fragen rund um Pflegegrad und häusliche Versorgung.

Ob Lindenthal, Braunsfeld, Junkersdorf, Weiden, Lövenich, Müngersdorf oder Sülz: Sprechen Sie mit uns. Gemeinsam schauen wir, welche nächsten Schritte zu Ihrer Situation passen.

Kontaktieren Sie uns jetzt.

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Timija Medghalchi

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