Der Antrag auf einen Pflegegrad ist gestellt – und dann kommt die Nachricht: Der Termin für die Pflegebegutachtung steht fest.
Für viele Familien ist genau dieser Moment mit Unsicherheit verbunden. Was wird gefragt? Muss die Wohnung besonders vorbereitet werden? Sollten Angehörige dabei sein? Und was passiert, wenn Mama beim Termin plötzlich sagt: „Ach, das schaffe ich doch alles noch alleine“?
Die wichtigste Nachricht zuerst: Bei der Pflegebegutachtung geht es nicht darum, jemanden zu prüfen oder bei Fehlern zu ertappen. Es soll festgestellt werden, wie selbstständig die betroffene Person ihren Alltag noch bewältigen kann und wobei tatsächlich Unterstützung notwendig ist.
Wer kommt zur Pflegebegutachtung?
Bei gesetzlich Versicherten beauftragt die Pflegekasse nach dem Antrag den Medizinischen Dienst (MD) mit der Begutachtung. Früher war dafür häufig die Abkürzung MDK gebräuchlich.
Der Medizinische Dienst vereinbart den Termin vorab. Eine Begutachtung kann als Hausbesuch stattfinden; unter bestimmten Voraussetzungen sind inzwischen auch andere Formen wie ein strukturiertes Telefoninterview oder Videotelefonie möglich.
Wie Sie überhaupt vom ersten Antrag bis zu diesem Termin kommen, erklären wir Schritt für Schritt in unserem Beitrag „Pflegegrad beantragen: In 5 Schritten vom ersten Antrag zum Bescheid“.
Was schaut sich der Medizinische Dienst an?
Entscheidend ist nicht allein, welche Krankheiten oder Diagnosen vorliegen. Im Mittelpunkt steht eine andere Frage:
Was kann die betroffene Person im Alltag noch selbstständig – und wobei braucht sie Hilfe?
Dafür betrachtet die Gutachterin oder der Gutachter verschiedene Lebensbereiche. Dazu gehören unter anderem Mobilität, Selbstversorgung, geistige und kommunikative Fähigkeiten, der Umgang mit Medikamenten oder Therapien sowie die Gestaltung des Alltags.
Wie daraus am Ende ein Pflegegrad entsteht, erklären wir ausführlicher in unserem Ratgeber „Pflegegrad beantragen in Köln: Vom Antrag bis zur richtigen Einstufung“.
So bereiten Sie sich auf den Termin vor
Eine gute Vorbereitung bedeutet nicht, Antworten auswendig zu lernen. Viel wichtiger ist, sich vorher bewusst zu machen, wie der Alltag wirklich aussieht.
1. Beobachten Sie den normalen Alltag
Fragen Sie sich einige Tage vor dem Termin ganz konkret:
Wo wird morgens geholfen? Wer erinnert an Medikamente? Klappt das Duschen noch alleine? Kann Ihr Vater selbstständig aufstehen? Findet Ihre Mutter nachts allein zur Toilette? Wer organisiert Arzttermine oder hilft bei gesundheitlichen Anforderungen?
Gerade Angehörige übernehmen oft längst viele kleine Aufgaben, ohne sie noch als „Hilfe“ wahrzunehmen.
2. Legen Sie wichtige Unterlagen bereit
Falls vorhanden, können Sie zum Termin beispielsweise aktuelle Arzt- oder Facharztberichte, einen Entlassungsbericht aus dem Krankenhaus und den aktuellen Medikamentenplan bereitlegen.
Kommt bereits ein Pflegedienst ins Haus, kann auch die vorhandene Pflegedokumentation hilfreich sein.
Sie müssen aber nicht kurz vor dem Termin hektisch Unterlagen beschaffen, die Ihnen gar nicht vorliegen.
3. Bitten Sie eine vertraute Person dazu
Es kann sehr hilfreich sein, wenn ein Angehöriger oder eine andere Person beim Termin dabei ist, die den Alltag gut kennt und regelmäßig unterstützt.
Warum?
Weil die eigene Wahrnehmung manchmal eine andere ist als die der Familie.
„Ich komme noch alleine zurecht“ kann sich im Alltag beispielsweise so darstellen, dass die Tochter täglich Medikamente vorbereitet, beim Einkaufen hilft und zweimal pro Woche beim Duschen unterstützt.
Beides gehört zur Realität – und genau diese sollte bei der Begutachtung sichtbar werden.
Reden Sie die Situation weder schön, noch schlecht
iele ältere Menschen möchten ihre Selbstständigkeit bewahren. Das ist verständlich.
Deshalb werden Schwierigkeiten manchmal heruntergespielt:
„Das geht schon.“
„Ich brauche eigentlich keine Hilfe.“
„Meine Tochter schaut nur ab und zu vorbei.“
Wenn die Tochter tatsächlich jeden Morgen kommt, ist genau diese Unterstützung für die Beurteilung relevant.
Umgekehrt sollten Einschränkungen natürlich auch nicht größer dargestellt werden, als sie tatsächlich sind.
Die beste Orientierung lautet deshalb: Beschreiben Sie einen normalen Alltag so konkret und ehrlich wie möglich.
Ein Pflegetagebuch kann bei der Vorbereitung helfen
Wer einige Tage lang notiert, wann und wobei Unterstützung notwendig ist, bekommt häufig ein viel klareres Bild vom tatsächlichen Pflegebedarf.
Das kann auch dabei helfen, beim Termin nichts Wichtiges zu vergessen.
Wie ein solches Pflegetagebuch sinnvoll geführt wird und was Sie darin festhalten sollten, erklären wir im nächsten Beitrag dieser Reihe ausführlich.
Nach der Begutachtung ist noch nicht alles entschieden
Die Gutachterin oder der Gutachter legt beim Termin nicht einfach vor Ort Ihren Pflegegrad fest. Auf Grundlage der Begutachtung wird ein Gutachten erstellt; die Entscheidung über den Pflegegrad trifft anschließend die Pflegekasse.
Wenn Sie den Bescheid erhalten, sollten Sie deshalb prüfen, ob die Einstufung zur tatsächlichen Pflegesituation passt.
Mehr zum gesamten Ablauf finden Sie in unserem großen Ratgeber „Pflegegrad beantragen in Köln: Vom Antrag bis zur richtigen Einstufung“.
Das kann auch dabei helfen, beim Termin nichts Wichtiges zu vergessen.
Wie ein solches Pflegetagebuch sinnvoll geführt wird und was Sie darin festhalten sollten, erklären wir im nächsten Beitrag dieser Reihe ausführlich.
Sie haben Fragen zur Pflegebegutachtung?
Ein solcher Termin kann sich besonders beim ersten Mal ungewohnt anfühlen. Sie müssen sich mit Ihren Fragen rund um Pflegegrad und Versorgung zu Hause aber nicht allein durchkämpfen.
Der Pflegedienst Geller ist für Familien im Kölner Westen da – unter anderem in Lindenthal, Braunsfeld, Junkersdorf, Weiden, Lövenich, Müngersdorf und Sülz.
Sprechen Sie mit uns. Wir nehmen uns Zeit für Ihre Fragen und helfen Ihnen dabei, die nächsten Schritte zu sortieren – Mensch zu Mensch.
Wenn Sie den Bescheid erhalten, sollten Sie deshalb prüfen, ob die Einstufung zur tatsächlichen Pflegesituation passt.
Mehr zum gesamten Ablauf finden Sie in unserem großen Ratgeber „Pflegegrad beantragen in Köln: Vom Antrag bis zur richtigen Einstufung“.
Das kann auch dabei helfen, beim Termin nichts Wichtiges zu vergessen.
Wie ein solches Pflegetagebuch sinnvoll geführt wird und was Sie darin festhalten sollten, erklären wir im nächsten Beitrag dieser Reihe ausführlich.



